Blogeintrag: Ein Sinema im Wedding
Völlig überraschend entdeckte ich mit meiner Begleitung in einem unscheinbaren Hinterhof im Wedding eine kleine Kulturoase: das Sinema Transtopia. Ein transnationaler Raum für Filmkultur, Kunst, Wissen und Nachbarschaft, heißt es auf der Homepage – und schon nach wenigen Minuten vor Ort versteht man, was damit gemeint ist.
An diesem Nachmittag steht kein großes Filmprogramm an, sondern ein Vorspiel der örtlichen Musikschule. Aufgeregte Kinder huschen durch den Raum, Instrumentenkoffer wirken fast so groß wie ihre Träger:innen. Im Foyer tönt noch nur die Kaffeemaschine ziemlich laut. Wir gönnen und einen Kaffee und genießen die aufgekratzte Atmosphäre. Wir werden sofort herzlich ins Publikum eingeladen, als gehörten wir ganz selbstverständlich dazu. Leider müssen wir weiter, aber wir versprechen wieder zu kommen. Spätestens, wenn es wärmer wird. Den im typisch Berliner Hinterhof sitzt man umgeben von cooler, teils brutalistischer Architektur und farbenfrohen Balkonen. Beton, Pflanzen, Alltag – ein Ort zum Verweilen.
Genau solche Orte braucht eine Stadt: niedrigschwellig, offen, kulturell ambitioniert und gleichzeitig fest in der Nachbarschaft verankert. Eine echte Entdeckung im Wedding – und definitiv ein Ort, den wir nicht aus den Augen verlieren werden.